Was müssen Buchhersteller liefern, um die Anforderungen der Verlage zu erfüllen?

[GÄSTE-BLOG]

Einleitung: Das Verlagswesen verändert sich

Director, Print Research International Ltd

John Charnock, Director, Print Research International Ltd

Es ist klar zu erkennen, dass sich das Verlagswesen der Gegenwart im Wandel befindet. Zuerst traf es Musikverlage, anschließend Zeitungsverlage und nun müssen auch Zeitschriften- und Buchverlage feststellen, dass sich ihre Märkte bis zur Unkenntlichkeit verändern. Diese Veränderungen sind ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bieten sie wichtige Chancen, auf der anderen Seite müssen wir mit ansehen, wie traditionelle Volumen dahinschmelzen und althergebrachte Fertigungsmodelle immer weniger in die heutige Zeit passen.

Herkömmliche Produktionsausrüstung kann nicht mehr an diesen sich ändernden Markt angepasst werden. Ich bezweifle, dass eine Bindelinie mit einem Durchsatz von 30.000 Büchern pro Stunde, wie die Müller Martini Corona, die ich vor 10 Jahren bei einem der größten britischen Buchhersteller installiert habe, jemals wieder einen Käufer findet – denn sie wird nicht mehr benötigt.

Warum? Nun, die Anforderungen der modernen Buchverlage ändern sich, und als Lieferanten müssen wir uns anpassen.

In der Vergangenheit bestanden Buchauflagen aus 2.000 bis 3.000 Exemplaren und diese wurden als Massengut in die Lager der Verlage geliefert. Verlage hielten einen Bestand von mehreren Millionen Pfund in ihren Lagerhäusern vor. Die Mengen und Margen waren ausreichend, um vierteljährlich zu produzieren und einzulagern. Heutzutage unterliegen Verlage starkem finanziellen Druck und eBooks drücken die Preise, wodurch der Markt weniger vorhersehbar geworden ist. Ein großer Bestand und das Risiko, auf diesem sitzen zu bleiben, machen diese Lösung für heutige Verlage immer unattraktiver.

Obwohl normale Aufträge über 500 Drucken, gefertigt auf traditioneller Ausrüstung, nicht ungewöhnlich sind, ist ein Trend zu kleineren Mengen und häufigeren Bestellzyklen doch offensichtlich. Wo aber geht dieser Trend hin und was erwarten Verlage auf lange Sicht?

Was ist der Heilige Gral für Verlage?

Einfarbige Bücher haben sich am schnellsten verändert. Da sie relativ günstig sind, ist es bei ihnen am schwierigsten, die Umsätze vorherzusagen Nach wie vor wird ein großer Anteil der in Großbritannien verkauften einfarbigen Bücher auch im Land selbst produziert, während farbige Bücher zumeist in fernöstlichen Ländern mit niedrigem Kosteniveau gefertigt werden..

Lassen Sie uns zunächst die einfarbigen Bücher betrachten: In Großbritannien gab es bedeutende Investitionen in digitale, einfarbige Bücher, wobei Clays, CPI und viele andere wie Ashford und TJ International in Tintenstrahldruckproduktion investiert haben. Diese Investitionen zeigen, dass der Markt der einfarbigen Bücher vor allem auf der On Demand-Herstellung für den Einzelhandel basiert.

Ich glaube, dass sobald sich die Lieferkette für einfarbige Bücher verfestigt hat, es nicht lange dauern wird, bis der Markt für farbige Bücher in eine ähnliche Richtung gehen wird.

 

Der Grund für diese Annahme lautet:

Verlage müssen auf den Markt reagieren, Umsätze sind weniger vorhersehbar und es wird immer schwerer einzuschätzen, welche Titel erfolgreich sein werden und welche nicht. Ein Verleger sagte mir einmal: „Ich habe 5.000 Titel, ich weiß, dass 30 % Topseller sein werden, aber ich weiß nicht, welche 30 % es sein werden.“

Wir wissen auch, dass es drei Tage dauert, ein Buch an ein Verlagslager zu liefern und zu bearbeiten. Anschließend dauert es drei Tage, um es weiter zu verteilen. Sechs Tage sind in der heutigen Verlagswelt einfach zu viel! Verlage müssen auf den Einzelhandels- und Internet-Umsatz der Vorwoche schauen und für die nächste Woche bestellen oder auffüllen können. So einfach ist das.

Das heißt, dass wir letztendlich Bestellungen von 200 bis 500 Büchern in einem 3-Tage-Zyklus als Minimum herstellen müssen, selbst mit der traditionellen Ausrüstung. In Zukunft wird auch der Druck bestehen, eine erhöhte Verfügbarkeit zu bieten, um Verlage im erforderlichen Umfang bedienen zu können. Das bedeutet, dass die digitale Farbproduktion eine Grundvoraussetzung sein wird. (Meiner Erfahrung nach, kann Litho das einfach nicht.)

Die eingeschalteten Drucker tragen dieses Prinzip eine Stufe weiter. Wenn ein Drucker eine Bestellung innerhalb von 3 Tagen bearbeitet, warum ist es dann nicht möglich, das Distributionssystem und Lager des Verlags zu umgeben und direkt in die Läden zu liefern? Nicht als Einzelaufträge, sondern als gemischte Chargen basierend auf den in dem Geschäft verkauften Titeln in der Vorwoche.

Wenn das mit minimalen Auswirkungen auf die Stückkosten möglich ist, wäre das der „Heilige Gral“ für Verlage. Ich denke, dies findet in einigen Bereichen bereits statt. Meiner Meinung nach ist dies der Grund, warum Penguin/Harper Collins alle Sortimentstitel von einem Vertrag mit zwei Lieferanten (St Ives, Clays und CPI) auf einen Vertrag mit einem Lieferanten (Clays) geändert haben. Weniger Lieferanten bedeuten eine bessere Effizienz in Produktion und Distribution.

Das heißt, dass Druckereien wöchentlich oder täglich Bestellungen von 5 bis 500 Büchern drucken müssen. Aber diese Bestellungen belaufen sich auf ein hohes Gesamtvolumen über das ganze Jahr gesehen, da der Markt viele Millionen Bücher pro Jahr konsumiert.

Das erfordert, dass die digitale Buchproduktion sich für diese Herausforderung rüstet – was sie auch bereits tut.

Hin zur Farbe

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Sobald durch die Tintenstrahlproduktion für die Verlage akzeptable Farben erzeugt werden, gibt es keinen Grund mehr, warum eine Buchdruckerei nicht auf Farbe umstellen und die Mehrzahl der nachgefragten Titel für den Markt liefern sollte. Dies ist eine große Chance für diese Unternehmen, denn farbige Bücher haben einen höheren Wert und sie können damit einen Markt bedienen, der ihnen bis dahin verschlossen war.

Digitaler Tintenstrahldruck ist vorhanden und viele Buchdruckereien bilden sich in diesem Bereich fort, um Verlagen die Möglichkeit anzubieten, die Produktion von farbigen Büchern aus China nach Großbritannien und Europa zurück zu holen.

Das geht jedoch nicht ohne einige Herausforderungen:

  • Damit farbige und einfarbige Bücher in einer Fertigungsstätte produziert werden können, muss es wesentliche Veränderung in der Infrastruktur geben. Es werden hochwertigere Systeme, bessere Arbeitsabläufe und ein vollständig integriertes Vertriebssystem benötigt, das sich in die ERP-Systeme der Verlage und Einzelhändler einfügt.

 

  • Der Markt für Farbdruck fordert eine wesentlich höhere Farbqualität. Deshalb müssen das Farbmanagement und eine chargenübergreifende Konsistenz sichergestellt sein. Die Angst der Verlage ist, dass die Qualität ihrer Markennamen und -autoren leiden könnte. Farbige Bücher müssen, ungeachtet ihres Produktionsprozesses, durch die Öffentlichkeit weiterhin als hochwertig wahrgenommen werden.

 

  • Die Produktionsausrüstung muss automatisierter und flexibler und in der Lage sein, nahtlos von einem Format zum anderen zu wechseln. Papierwechsel und Abschnittslayouts müssen mindestens Formate wie B, Royal, A4 und A5 verarbeiten können.

 

  • Die Logistik zur Verfolgung von Signaturen, Einbänden, Umschlägen und Hüllen sowie die Platzierung der richtigen Komponente am richtigen Ort zur richtigen Zeit müssen optimiert werden, um effizient und mit minimalem Abfall produzieren zu können. MIS, Barcode- und Signaturerkennung, motorisierte Wechsel, JDF und geräteübergreifende Kommunikation sowie die Einbindung von externen Datenquellen – Spediteure und Einzelhandelssysteme müssen mitmachen, damit die Lieferkette störungsfrei funktioniert.

Warum das alles?

Das alles scheint hohe Investitionen, viel Aufwand und eine wesentliches Risiko für alle Beteiligten zu beinhalten. Aber die Vorteile sind genauso groß. Man muss nur daran denken, dass Clays einen 100%-Liefervertrag mit Penguin/Random House abgeschlossen hat. Das heißt, dass der Anbieter von Druckdienstleistungen ein noch wichtigerer Partner für den Verlag wird. Sobald die Lieferkette steht und der Verlag Einsparungen erzielt, wird die Druckerei zum Logistikpartner, strategischen Partner und Lieferanten, der in die Auflage und Verteilung eingebunden und letztlich dafür verantwortlich ist, dass der Verlag in einem schwierigen Markt wettbewerbsfähig ist.

Wenn ich hinsichtlich des farbigen Tintenstrahldrucks Recht habe, wird ein großer Teil der Farbbuchproduktion aus Fernost und anderen Regionen auf den lokalen Markt zurückkehren, wodurch eine traditionelle Buchdruckerei wesentlich wachsen kann. Schließlich sind in Großbritannien und Europa nicht mehr viele traditionelle Buchdruckereien vorhanden.

 

Dieses Lieferkettenmodell wird es Verlagen ermöglichen, mehr Titel bei geringerem vorgelagertem Risiko zu veröffentlichen. Außerdem wird dadurch Einzelhändlern die Möglichkeit eröffnet, vor Ort und als Selbstverlag zu produzieren. Damit wird das Buch gegenüber anderen elektronischen Veröffentlichungstechnologien sehr wettbewerbsfähig gemacht.

Eine weitere Möglichkeit stellt die Öffnung alter Kataloge dar, damit die Verlage ihre Vermögenswerte optimal nutzen und Druckereien Einzelexemplare herstellen und vielleicht direkt an den Kunden liefern können. Da, wo die Lieferkette und die Dauer bis zur Veröffentlichung länger ist, könnten neue Produkte wie personalisierte Bücher, besonders für Kinder, ein normaler Weg sein, Mehrwert bei etwas zu erzielen, was mal ein Massenprodukt war. Genauso könnten Buchläden zeitkritischere Produkte wie Magazine und Zeitungen anbieten.

Mit den Veränderungen in der Lieferkette im Verlagswesen werden mehr Produkte lokal produziert werden, um die zeitkritischen Bedürfnisse der Verlage zu erfüllen.

John Charnock
Print Research International Ltd

 

Dieser Artikel wurde von Ricoh in Auftrag gegeben und bietet unabhängige Meinungen von Branchenexperten. Wir hoffen, dass die Ansichten unseres Gastreferenten für Sie interessant und anregend waren. Über Ihr Feedback würden wir uns sehr freuen.

Ricoh auf den Hunkeler Innovationdays 2015

Druck auf Offsetpapier mit Ricoh Pro VC60000

Druck auf Offsetpapier mit Ricoh Pro VC60000

Vollfarbiger Duplexdruck der Papierbahn von Rolle zu Rolle auf der Ricoh Pro VC60000. Neue Inkjet-Kopf-Generation von Ricoh mit 1200 X 1200 DPI Auflösung.

Signature, Booklet and Budget Binding Solution

Signature, Booklet and Budget Binding Solution

Nearline-Verarbeitung der vierfarbig bedruckten Papierbahn auf Hunkeler-Linie mit Abwickelmodul UW6, Folder Merger FM6, Querschneider der Hochleistungsklasse CS6-HS. Das Stapeln der Signaturen über die doppelte Sternradauslage SD7 zu Buchblocks (Budget Binding) oder variablen Booklets mit 8-, 12, 16- oder 20-Seiten Umfang. Produktionsgeschwindigkeit bis 180 Metern pro Minute. Garantiert schonende Verarbeitung dank Qualitätsgütesiegel ‚huncolor’.

Mehr über Ricoh auf den  Hunkeler Innovationdays 2015  (English)

Die Evolution des Druckprozesses in einer vernetzten Welt

Mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung hat mittlerweile Zugang zum Internet (Pew Research Center). Da ist es nicht überraschend, dass sich die Rolle der gedruckten Kommunikation im Wandel befindet. Die Herausforderung besteht darin, dass sich die Zeit, die die Menschen mit verschiedenen Medien verbringen, von traditionellen Kanälen wie Radio, Fernsehen und Printmedien hin zum Internet und Mobilkanälen verlagert. Das bedeutet, dass die Rolle der gedruckten Kommunikation im breiten Spektrum aller dieser Medien angepasst und neu definiert werden muss.

Für jedes Medium aufgewendete Zeit vs. Werbeausgaben

Für jedes Medium aufgewendete Zeit vs. Werbeausgaben

Daher ist es nicht überraschend, dass sich die Werbeausgaben auf Online- und Mobilmärkte verlagern. Laut dem PWC Global Entertainment and Media Outlook 2013 wies die Internetwerbung im Jahr 2013 ein Wachstum um ungefähr 16 % und die Mobilwerbung um 47 % auf.

Dies hat weitreichende Auswirkung auf wichtige Bereiche der gedruckten Kommunikation, die für Druckdienstanbieter wichtig sind.

  • Der Umfang an Direktwerbung und Direktmarketing-Katalogen ist durch die letzte Rezession und das Wachstum der elektronischen Medien zurückgegangen. Zwar sind beide weiterhin wichtige Marketingkanäle für die Unternehmen, aber sie werden in immer größerem Maße neben den digitalen Formen der Kommunikation instrumentalisiert.
  • Im Gegensatz zu Direktwerbung und Katalogen, bei denen es sich um unternehmensgesteuerte Marketingaufwendungen handelt, ist der Transaktionsdruck immer mehr verbrauchergesteuert, da die Empfänger ihre bevorzugten Zustellungsmethoden vorgeben.
  • Elektronische Medien haben die Buchbranche tief erschüttert, da sie grundlegend die Dynamik verändern, wie Bücher verkauft und genutzt werden. Buchverlage und Buchdrucker passen sich an die sich schnell verändernde Realität des Marktes an und erschließen neue Geschäftsmodelle, die durch das Publishing in einer Multi-Channel-Welt ermöglicht werden.
  • Online-Werbung, steigende Portokosten und der Wettbewerb durch die elektronischen Medien haben sich auf Zeitungen und Zeitschriften ausgewirkt. Zeitungen und Zeitschriften werden nach wie vor viel gelesen und als zuverlässige Quelle geschätzt, aber die Verlage suchen neue und innovative Wege, um den Druck mit elektronischen Kanälen zu kombinieren.

Unser neues White Paper „Multi-Channel-Kommunikation – Die Evolution des Druckprozesses in einer vernetzten Welt“ untersucht, wie Werbende und Verlage die gedruckten Produkte in einer Reihe von wichtigen Märkten an die Multi-Channel-Realität anpassen können: Direktwerbung und Direktmarketingkataloge, Transaktionsdruck, Bücher sowie Zeitungen und Zeitschriften.

Sie können dieses White Paper hier herunterladen

Die Effektivität von Direktmailings sollte niemals unterschätzt werden

Direktmailings haben sich als unglaublich widerstandsfähiges Medium erwiesen. Frei nach Mark Twain zitiert waren die Berichte über das Ende des Direktmailings eine Übertreibung. Unsere informationsüberladene Welt, in der täglich 2,5 Exabytes an Daten generiert werden, kann überwältigend sein. Sowohl die Menge der Werbung, mit der Verbraucher konfrontiert werden, als auch die Vielzahl der Werbekanäle für Marken nimmt fortlaufend zu. In diesem hektischen Umfeld war die Vorhersage, dass das Direktmailing, ein Brief oder eine Broschüre in einem Umschlag, verschwinden wird, keine Überraschung – von der Bequemlichkeit, dem Preisvorteil und der Unmittelbarkeit von E-Mails und ihren digitalen Berührungspunkten in den Hintergrund gedrängt.

Schwimmen sie gegen den strom

Ricoh Infographic -the power of Direct Mail

Infografik- Die Effektivität von Direktmailings

Dies ist jedoch trotz allem nicht passiert. Direktmailings bieten mehrere Vorteile, die alternative Kommunikationskanäle nicht bieten können, wie die neue Infografik von Ricoh zeigt. Vertrauen, Beständigkeit und Gestaltungsmöglichkeiten sind die wesentlichen Vorzüge von Direktmailings. Es gibt jedoch noch einen weiteren wichtigen Faktor: Werbeagenturen, die von Neuheiten leben und herkömmliche Denkweisen mit neuen Ansätzen kombinieren, wenden sich wieder dem Direktmailing als Mittelpunkt für integrierte Kampagnen zu. Nicky Bullard, Executive Creative Director von Lida, einer Agentur für Direktmarketing, sagte im Magazin Print Power Folgendes: „Kunden sind wieder an Direktmailings interessiert, insbesondere jüngere Zielgruppen. Ihr Leben ist so digital geworden, dass Direktmailings für sie eine willkommene Abwechslung darstellen.“ Rory Sutherland, Executive Creative Director und stellvertretender Vorsitzender von OgilvyOne London und stellvertretender Vorsitzender von Ogilvy & Mather UK, sagte kürzlich im britischen Cross Media Magazin: „Schwimmen Sie gegen den Strom.“

DIE ZUKUNFT IST GLÄNZEND

Graham Moore -business development director for Ricoh Europe

Graham Moore -Director Business Development, Ricoh Europe

In punkto Volumen hält das Direktmailing in den meisten Teilen Europas gut mit, die Verwendung von Farbe nimmt zu und die Anbieter von Druckdienstleistungen arbeiten mit Agenturen zusammen, um Einblicke in gesammelte Daten zu gewinnen und zielgruppengerecht wirkungsvolle Kampagnen durchzuführen – insbesondere im Fall von Premium-Produkten und Services, für die am einfachsten eine überzeugende Marketing-Kapitalrendite gesichert werden kann. Weiterhin verbinden Direktmailings die Offline- und Online-Welt miteinander, da die Verbraucher mit interaktiven Drucktechnologien wie Ricohs Clickable Paper(TM) nahtlos vom Druck zu digitalen Inhalten wechseln können, um weitere Informationen zu erhalten oder ein Produkt zu kaufen.

Die Botschaft ist klar: Die Effektivität von Direktmailings sollte niemals unterschätzt werden.

Weitere Informationen zu dem Thema Direktmailing finden Sie unter: http://ricoh.de/services-loesungen/production-printing/print-and-beyond/marketing-services/index.aspx

 

 

Gedruckte Bücher werden auch weiterhin eine Rolle spielen

 

Digital books long v2

Wer heutzutage mit Bus oder Bahn unterwegs ist, sieht viele Pendler, die gebannt auf ihre mobilen Geräte blicken, anstatt wie früher Bücher zu lesen, und in den Innenstädten findet man immer weniger Buchläden: Man hat den Eindruck, das Verlags- und Druckwesen befinde sich in einer Krise. Dieser Markt ist im Umbruch, keine Frage, doch er hat noch eine Menge Leben in sich, besonders im Hinblick auf die enormen Möglichkeiten für digital gedruckte Bücher.

Laut Prognosen vom Forschungsinstitut Nielsen sollten E-Books 2014 die Verkaufszahlen von gedruckten Büchern übertrumpfen – die Rede war von 47 Millionen Einheiten. Damit wären die Verkaufszahlen von E-Books um 300.000 Einheiten höher als von Druckversionen. Damit würde der Anteil an eBooks auf dem allgemeinen Belletristikmarkt bei 48 % liegen. Prognosen auf Basis von historischen Daten zeigen jedoch eine weniger eindeutige Situation für die Verlage. Im April 2013 fielen die Verkaufszahlen von E-Books im dritten Monat in Folge. Das Wachstum im zwei- oder gar dreistelligen Bereich scheint zu Ende zu sein, denn die E-Book-Verkäufe stiegen im ersten Quartal 2013 lediglich um 5 % auf 393,6 Millionen Dollar. Angaben der Bowker-Marktforschung zufolge werden die E-Book-Zahlen in Großbritannien knapp die Hälfte des gesamten Belletristikmarktes ausmachen sowie über ein Fünftel (22 %) des gesamten britischen Buchmarktes.

Wie wirkt sich die digitale Revolution auf den Markt der gedruckten Bücher aus?

Die Jahresstatistik der Publishers Association scheint indes ein anderes Bild zu zeichnen. Die Branche erlebte im Jahr 2013 mit einem Anstieg von 4 % auf 3,3 Mrd. Pfund Rekordumsätze. Die traditionell gedruckten Bücher werden von Lesegeräten wie Kindle, Kobo und Nook bedroht, doch Berichte zu Untergangsszenarien sind noch deutlich verfrüht. In den 52 Wochen bis zum 28. Dezember wurden insgesamt 1,416 Mrd. Pfund für Taschenbücher und gebundene Bücher ausgegeben, nach Angaben von Nielsen BookScan. Die Gesamtzahl der verkauften gedruckten Bücher ist jedoch gefallen – um 9,8 % auf 183,9 Millionen.

Trotz der allgemeinen Marktabschwächung zeigten die Daten von Nielsen einen Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises um 21 Pence auf 7,70 Pfund – der höchste Wert seit neun Jahren. In einigen Sparten, insbesondere bei Kinderbüchern, sind die Umsätze sogar gestiegen. Die Zahlen zeigen auch, dass die Geschwindigkeit, mit der wir vom gedruckten zum digitalen Buch wechseln, von der Buchsparte abhängt. 26 % aller Verkäufe aus dem Belletristikbereich sind nun digital, bei Sachbüchern sind es nur 5 % und bei Kinderbüchern 3 %.

Warum? Vielleicht sind es in der Belletristik nur die Wörter, auf die es wirklich ankommt. Sie können genauso gut, wenn nicht sogar besser, in digitaler Form dargestellt werden. Bei einem Kochbuch mit Hochglanzseiten oder einem bebilderten Kinderbuch liefert das traditionelle Buch auch weiterhin die deutlich bessere und praktischere Benutzererfahrung.

Das stetige Wachstum des digitalen E-Book-Marktes ist teilweise der Grund für den starken Rückgang der Umsätze von gedruckten Büchern. Aktuelle Verbraucherdaten zeigen, dass in den ersten neun Monaten von 2013 über zwei Millionen britische Kunden in den digitalen Buchmarkt eingestiegen sind. Nach Angaben von Bookseller ist der Wertverlust des Buchmarktes auch durch die Umsatzrückgänge der „Shades of Grey“-Romane von E.L. James bedingt. 2012 verkaufte sich die Trilogie dieser Autorin mit Rekordzahlen. Zu Spitzenzeiten machte diese Buchreihe knapp die Hälfte aller gekauften Romane in Großbritannien aus. Die Umsätze für E.L. James betrugen 2013 insgesamt 1,4 Mio. Pfund, wohingegen die Trilogie 2012 mit 10,5 Millionen verkauften Exemplaren einen Umsatz von 47,3 Mio. Pfund einbrachte. Daran sieht man, wie irreführend Statistiken sein können und wie wichtig Kassenschlager für den Erfolg von Verlagen sind. Im Laufe der recht schnellen Verlagerung auf E-Reader scheint die Verlagswelt die digitale Klimawende besser zu meistern als andere Medienbereiche.

Autoren verdienen an jedem digitalen Verkauf ein paar Cent mehr als an einem traditionellen Buch. Und weder Verlage noch Autoren scheinen Einkommenseinbußen zu verzeichnen, weder durch Piraterie noch durch die allgemeine digitale Revolution.

Für Buchhandlungen ist dies jedoch bei Weitem nicht so harmlos. Unabhängige Buchhandlungen müssen ihre Türen immer häufiger schließen, da sich die Leserschaft bei Onlineriesen wie Amazon gedruckte und auch digitale Bücher besorgt. Die britische Supermarktkette Sainsbury’s gab bekannt, den Onlineverkauf von gedruckten Büchern einzustellen. Man sieht dort die Onlinezukunft allein bei digitalen Produkten und will Medienprodukte wie Musik, Bücher, Spiele und Filme im traditionellen Format nur noch in den Filialen verkaufen. Dieser Trend vergrößert die Auswahl für die Leser und auch die Aussichten auf niedrigere Preise von Büchern.

Trends für Selbstpublikationen schaffen neue Druckmöglichkeiten

Die Anzahl der jährlich in den USA in Selbstpublikation produzierten Bücher hat sich nahezu verdreifacht – sie ist seit 2006 um 287 % gestiegen. Allein 2011 wurden Bowker zufolge 235.625 gedruckte Bücher und eBooks herausgegeben. Studien zufolge werden zwar sowohl mehr gedruckte Bücher als auch eBooks produziert, die eBooks sind aber deutlicher Treiber der steigenden Anteile. Daran zeigt sich auch, dass die Selbstpublikation, die vielleicht ein wenig hinterwäldlerisch anmuten mag, von großen Firmen dominiert wird, die den individuellen Autoren ihre Verlagsservices anbieten. Bowker zufolge machten die durch Selbstpublikation gedruckten Bücher 2011 etwa 43 % der Druckausgaben des gesamten Jahres aus. Gedruckte Bücher machen 63 % der Selbstpublikationen aus, doch die E-Books holen schnell auf. 2011 wurden 87.201 E-Books produziert, 129 % mehr als 2006, im Vergleich dazu stiegen die Drucke im gleichen Zeitraum nur um 33 %.

Die Selbstpublikation ist im Prinzip die Buchproduktion in Heimwerkermanier, doch die Infrastruktur wird von einigen wenigen großen Anbietern wie CreateSpace, Lulu, Author Solutions und Smashwords bestimmt. Trotz allem machte die Kategorie für Autoren, die 10 oder weniger Bücher veröffentlicht haben, 34.107 Titel in Selbstpublikation aus, von denen nur 21.256 gedruckt wurden. Die Anzahl der gedruckten Exemplare in dieser Kategorie stieg zwischen 2006 und 2012 um 74 %.

Autoren im Eigenverlag können ihre E-Books auf den internationalen Seiten von Amazon verkaufen, wenn sie KDP (Kindle Direct Publishing) nutzen. Wenn Autoren diese Bücher in Amazons kostenloses Print-Publishing-Tool CreateSpace laden, vertreibt Amazon diese Bücher auf Amazon.co.uk, Amazon.de, Amazon.fr, Amazon.es und Amazon.it. Wenn Kunden in diesen Ländern (oder in den USA) ein CreateSpace-Buch bestellen, wird es von Amazon gedruckt und kann am gleichen Tag versandt werden. CreateSpace kann kostenlos genutzt werden, doch die Tantiemen für den Autor sind abhängig von Faktoren wie Seitenzahl oder Farbe.

Wie passt sich der Digitaldruck an die Änderungen im Buchverlagswesen an?

Die Möglichkeit der Selbstpublikation und des digitalen On-Demand-Drucks über Web-to-Print-Systeme und digitale Shops eröffnet dem kommerziellen SME-Drucker völlig neue Welten. Soziale Medien und virales Marketing haben Druckereien in den B2B- und B2C-Märkten ein neues Publikum beschert, dem sie neue Dienstleistungen wie personalisierte Bücher bieten können. Die Verknüpfung dieser Chance mit neuen Verkaufs- und Marketingaktivitäten bietet große Möglichkeiten in bislang nicht erforschten Märkten, wie Unternehmensveranstaltungen, Nischen von Spezialsachgebieten, Hobbys und lokalen Zielgruppen wie Katzen- und Hundeausstellungen oder auch Vereine.

Druckanbietern wird der Buchmarkt Prognosen zufolge den größten Zuwachs am Seitenanteil bringen, mit einem Jahreswachstum von 14,2 % zwischen 2010 und 2015 bzw. über 45 Milliarden Seiten 2015. Durch die Bestandskosten und Abfälle bei der traditionellen Buchproduktion hat sich die digitale Version als zunehmende Stärke im Verlagssektor herausgestellt. Wenn wir den Digitalwert mit dem potenziellen Volumen vergleichen, sehen wir, dass andere traditionelle Druckverfahren im Vergleich zum Digitalverfahren immer mehr zum Massenprodukt wurden

Technologie Seitenvolumen im Vgl. zu digital Werm im Vgl zu digital
Coldset-Druck 362 mal 2,7
Heatset-Druck 42 mal 5,0
Tiefdruck 4 mal 0,5
Bogenoffset-Druck 2,3 mal 1,7

Smithers-Pira-Prognosen für 2015 basieren auf produzierten Seiten und geschaffenem Wert

Betrachtet man den gesamten Druckbereich von gedruckten Buchseiten, erkennt man, dass sich 63 % des Marktes auf Auflagen von über 5.000 Stück beziehen, die am ökonomischsten im Offset-Verfahren hergestellt werden. Wenn wir dies mit der tatsächlichen Anzahl an produzierten Aufträgen vergleichen, sehen wir, dass 79 % der Aufträge in die Kategorie von Produktionsvolumina unter 5.000 fallen, was sich besser für die digitale Produktion eignet. Wenn wir dann die Vorteile des On-Demand-Drucks einbeziehen, wird deutlich, warum das Wachstumspotenzial des digitalen Sektors für die Zukunft so enorm ist.

 

 

Tintenstrahl- und Toner-Digitaldruckverfahren verdrängen bereits langsam den Offsetdruck von Büchern, und dieser Wandel wird sich noch weiter beschleunigen. Der Grund liegt auf der Hand. Effizientere Technologien und eine vergleichbare Qualität werden die Haupttreiber für ein schnelles Wachstum sein. Heutzutage kann man kaum noch erkennen, ob ein Buch auf einer Offset-System oder einem digitalen System gedruckt wurde. Doch welche Arten von Veränderungen auch kommen mögen: Am Ende sind es immer ökonomische Faktoren, die ausschlaggebend sind. Die Abschätzung der Nachfrage nach einem Buch und somit der Auflagenhöhe war schon immer eine ungenaue Sache. Genau aus diesem Grund agierte die Lieferkette des Verlagswesens enorm verschwenderisch: Mindestens 30 % der Bücher wurden als unverkauft an den Verlag zurückgeschickt.

Verlage und Autoren reagieren auf den Digitaldruck

In unsicheren Zeiten wenden sich Verlage zunehmend den digitalen Optionen zu, da so kleinere Auflagen möglich sind. Kleinere Auflagen verringern die Anzahl der nicht verkauften Bücher, senken Lagerkosten, ermöglichen den Nachdruck in kleineren Auflagen und bieten die Möglichkeit, Sachbücher für Nischenmärkte zu drucken, einschließlich Bücher in Selbstpublikation. Es herrscht viel Verwirrung, wenn es darum geht, wie Kunden ihre Inhalte erhalten möchten. Doch der Digitaldruck bietet eine flexible Lösung, mit der genau das geliefert werden kann, was der Verlag benötigt, genau zum benötigten Zeitpunkt, am benötigten Ort und vor allem in der benötigten Menge. Verlage verstehen nun den Wert des Digitaldrucks und die Umsätze, die sich damit generieren lassen.

Was die Digitaldrucktechnologie Verlagen bietet:

  • Weniger Risiko: Die Nachfrage lässt sich schwer vorhersagen, doch superschnelle Tintenstrahl- und elektrofotografische Technologien erlauben eine ökonomische Produktion von Büchern in kleinen Mengen. Verlage können die Nachfrage überwachen und müssen nur genau die Mengen bestellen, die nötig sind, um Lager- und Retourenkosten zu eliminieren.
  • Zykluszeit für On-Demand: Modernste On-Demand-Drucker können Bestellungen innerhalb von 24 Stunden erfüllen. Verlage können schnell auf die Marktnachfrage nach gedruckten Büchern reagieren.
  • Spezialbücher und neue Inhalte: Jeder hat eine Geschichte zu erzählen. Durch den Digitaldruck werden Mindestmengen hinfällig und ermöglichen das Drucken von Büchern in sehr geringen Auflagen. Außerdem kann jede digital gedruckte Seite einzigartig sein.
  • Der Digitaldruck eröffnet kreative Möglichkeiten zur Anpassung, Personalisierung und für Marketingaktivitäten in Echtzeit wie Cross-Selling oder Einbeziehung von Werbematerialien.
  • Geschäftliche Gewinne: Verlage können näher an der Nachfragekurve bleiben und Lager- und Retourenkosten senken und erreichen somit einen höheren Lagerumschlag und mehr Profite.

 Digitale Drucker schaffen Wert durch:

  •  Schnelle Auftragsbearbeitung – Ein Kundenauftrag wird mit einer Druckdatei nahtlos bearbeitet, für einen schnellen 24h-Dienst ist dafür i.d.R. eine Integration mit dem Internet erforderlich.
  • Exponentieller Anstieg der SKUs – Der digitale On-Demand-Druck und die optimale Nutzung der damit verbundenen Dienste führt zu riesigen Mengen an Produkten mit kleinen Auflagen.
  • Planung in Echtzeit und Kunden-Updates – Um einen erstklassigen Kundenservice bieten zu können, müssen Planung und Informationsangebot sofort verfügbar sowie transparent sein.
  • Zusammenfügen der Komponenten am gleichen Tag – Bei Internetkäufen wird im Durchschnitt eine Abwicklung innerhalb von 48 Stunden erwartet, was für den eigentlichen Druck und die Produktion 24 Stunden Zeit lässt.
  • Kurzfristiger, direkter Versand – Da der Druckanbieter nun direkt mit dem Endverbraucher kommuniziert, muss ein Service für Verpackung und Versand angeboten werden. Dies ist ein bedeutender Fokusbereich, da dieser Aspekt zeit- und kostenaufwendiger als die eigentliche Buchproduktion sein kann.
  • Umdenken – Systeme, Prozessablauf, Shopfloor-Management, Systeme, Performance-Metriken – Im Vergleich zur standardmäßigen Druckproduktionsumgebung müssen die Prozessabläufe und Managementsysteme vollautomatisiert sein und Feedback in Echtzeit zur Planung und zu Performance-Metriken geben.

Zusammenfassung

Wir hören ständig vom Untergang gedruckter Bücher zugunsten von eBooks, aber auch von Problemen in Sachen Nachhaltigkeit, da Druckausgaben durch die Abholzung weniger umweltfreundlich sind und elektronische Geräte wiederum negativ durch ihren Energieverbrauch auffallen. Fakt ist heute, dass Verbraucher die Wahl haben, wie sie kommunizieren möchten, sie können sich das für sie angenehmste Medium auswählen, und nicht selten ist dies eine Kombination aus einer gedruckten Version und einer digitalen Datei

Neil Falconer -Print Industry Strategy Consultant and MD of Printfuture.com

Neil Falconer Strategieberater in der Druckbranche und Geschäftsführer von Printfuture.com

Das Multi-Channel-Angebot hat zur Folge, dass gedruckte Bücher noch viele Jahrzehnte lang gleichberechtigt neben den elektronischen Versionen existieren werden. Letzten Endes haben es die Händler, Verlage und Druckereien in der Hand: Sie müssen dafür sorgen, dass Bücher auf die umweltfreundlichste und nachhaltigste Art und Weise hergestellt und verkauft werden, wo unweigerlich der Offsetdruck, Digitaldruck sowie elektronische Formate eine Rolle spielen werden.

Dieser Artikel wurde von Ricoh in Auftrag gegeben und bietet unabhängige Meinungen von Branchenexperten. Wir hoffen, dass die Ansichten unseres Gastreferenten für Sie interessant und anregend waren. Über Ihr Feedback würden wir uns sehr freuen.

Weitere Informationen: Ricoh.de/printandbeyond.

Sind Sie Teil des Problems oder bereits Teil der Lösung?

[GÄSTE-BLOG]

Graham Reed, Berater bei Print Tribe, Director bei Global Print Strategies

Graham Reed, Berater bei Print Tribe, Director bei Global Print Strategies

Seit vielen Jahren wird mit dem Digitaldruck ein kosteneffektiver und umfassender Druckprozess versprochen. Es ist nicht zu leugnen, dass dieses Ziel die Druckbranche nachhaltig verändert hat. Das Konzept vollständig variabler Inhalte, die sich in einem kurzen Produktionsverfahren erzeugen lassen, haben die Fantasie von zahlreichen Marketingunternehmen und Druckanbietern beflügelt: Visitenkarten mit Bildern, Flyer, die sich inhaltlich an Nischenzielgruppen anpassen lassen, oder personalisierte Verpackungen – die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

Diese Möglichkeiten richtig zu nutzen, ist jedoch nicht immer einfach. Ich bin mir nicht sicher, ob Marketingunternehmen und Brand Manager das volle Potential und die finanziellen Vorteile erkennen, die mit einer echten personalisierten persönlichen Kommunikation verbunden sind. Oder liegt es daran, dass Vertriebsmitarbeiter im Druckbereich mit der Mentalität „Geben Sie mir Ihre Angaben und ich nenne Ihnen den Preis“ kein überzeugendes Angebot entwickeln können, das über den Preis und standardisierte Produkte hinausgeht?

Wenn wir uns auf die Frage konzentrieren, warum der variable Datendruck (VDP) und medienübergreifende Lösungen von Marketingunternehmen nicht angenommen werden, stellen die preisbasierten Einwände eine Reaktion dar, die auf allgemeine und tiefergehende Probleme im eigenen Unternehmen hinweisen. Diese können zweierlei Art sein: Entweder wurde das Konzept nicht verstanden, oder das Unternehmen verfügt nicht über die erforderlichen Infrastrukturen oder Prozesse, um Daten kosteneffizient und integriert erfassen und filtern zu können.

Immer wieder beklagen sich CMOs und CEOs bei mir darüber, dass ihre Daten gerade einmal dazu ausreichen, um auf einem einfachen Anschreiben die Adresse und Anrede zu variieren. Wie kann die Druckbranche dieses Problem lösen? Meiner Meinung nach müssen wir unseren Kunden den Weg aufzeigen und sie über die Best Practices und Vorteile vollständig personalisierter Druckangebote aufklären. Wir müssen deutlich machen, dass Personalisierung bei Marketing- und Kommunikationsprojekten bessere finanzielle Ergebnisse mit sich bringt.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir uns von der verbreiteten Mentalität, alles über den Preis zu regeln, schnell verabschieden!

Um mit integrierten Drucklösungen eine langfristige Kundenbindung zu unterstützen, benötigen wir neues unternehmerisch denkendes Vertriebspersonal, das Angebote erstellen kann, die wirklichen Mehrwert im Druckprozess erzeugen und so dem Kunden messbare finanzielle Vorteile bieten. Nur wenn wir als Aufklärer und Experten für datenbasierte Technologien auftreten, können wir diese Chance nutzen.

Der nächste Schritt besteht in der Entwicklung einer überzeugenden Lösungsarchitektur, welche den Nutzen von Daten, medienübergreifenden Kampagnen, Web-to-Print (W2P) und zielgruppenspezifischer variabler Datendruck für Unternehmen deutlich macht. Eine Lösung, die relevant und auf die Anforderungen von CMOs zugeschnitten ist, kann überzeugende Ergebnisse liefern und die Erfassung zusätzlicher Daten ermöglichen, mit denen sich die Kommunikation mit Endkunden weiter optimieren lässt.

Ohne Zweifel verfügen wir über die richtige Technologie dazu. Wir müssen sie allerdings auch richtig verkaufen.

Der vollständige Bericht Wir müssen den Mehrwert von digitalen Drucklösungen hervorheben“, kann von Ricoh Business Driver-Nutzern abgerufen werden. Alternativ können Sie eine Kopie anfordern, indem Sie das folgende Formular ausfüllen.

Der vollständige Bericht „Wir müssen den Mehrwert von digitalen Drucklösungen hervorheben“

Einstieg in den Digitaldruck: die Perspektive eines Verlegers

[GUEST BLOG]

Dieser Artikel wurde zuerst zur Begleitung eines Ricoh Americas Events für Verlage Ende 2013 veröffentlicht.

Mike Gallagher, Vice President, Penguin Books

Mike Gallagher, Vizepräsident, Penguin Books

Für einen erfolgreichen Druckvertrag im Bereich des Digitaldrucks müssen Buchverlage und Druckereien umfangreiche Informationen austauschen.

Angenommen, dass beide Beteiligten bei Null anfangen, sind die folgenden Faktoren zu beachten:

  • Verlage möchten Lagerhaltung/Kosten senken und ihre Umsätze steigern, indem Titel im Druck bleiben.
  • Druckereien möchten ihr Serviceangebot verbessern und neue, rentable Umsätze generieren, indem mehr seit langem verkaufte Titel weiterhin im Druck bleiben.
  • Buchverlage bestimmen den Umfang ihres geplanten Programms und stellen Druckereien Volumenanforderungen auf Wochen-, Monats- und Jahresbasis bereit – mit Zahlen basierend auf Formaten, Einheiten, Bestellungen, Druckauflagen, Bindungsstilen, Spezifikationen für 4-farbige Einbände, Finishing, Papiertypen, Kartonpaketen, Versandinformationen und elektronischen Systemen.
  • Mithilfe der Angaben des Verlags entscheiden Druckereien, welche Materialien zum Einsatz kommen:
    • Einzelblatt-, Toner-, Digital Web-, 1-Farb- oder 4-Farb-Druckwerke
    • Finishing-Optionen, In-Line- oder Near-Line-Bindung und Schneiden je nach Bedarf
  • Druckereien liefern einen Plan und Preis auf Basis eines Kostenmodells, das Ausstattungsoptionen, Personalkosten, Wartung, Verbrauchsmaterialien, Allgemeinkosten, Produktivität und Marge berechnet.

Verlage möchten Lagerhaltung/Kosten senken und ihre Umsätze steigern, indem Titel im Druck bleiben.

Vorgaben für Volumenanforderungen

Die Anforderungen für benötigte Volumen basieren auf verschiedenen Größen – beispielsweise darauf, ob es sich um vergriffene Titel handelt, die von Kunden bestellt werden, oder um Titel, die wieder in den Druck gehen sollten, deren jährliche Verkaufsrate jedoch zu niedrig ist, um die Kosten für den Offset-Druck zu rechtfertigen. Abhängig vom Volumen könnte ein Buchverlag ein Print-on-Demand-Modell (nur Druck bei Bedarf) oder ein Kleinbestands-Modell (automatische Nachbestellung) für diese Titel anfragen.

Die Größenordnungen für Marketingmaterialien, wie Leseexemplare und Kataloge können aus früheren Käufen ersehen werden. Hieraus lassen sich monatliche und jährliche Volumina errechnen, um so das Gesamtvolumen an Büchern und Seiten zu bestimmen. Der Trend geht in diesen

Beispielen in Richtung Digitaldruck, hauptsächlich aus dem Grund, dass die minimale Auflage für Offsetdruck bei 1.000 bis 2.000 Exemplaren liegt, abhängig von der Druckerei und der verwendeten Ausstattung. Durch den Druck von nur einer begrenzten Anzahl an Exemplaren und nur auf Bedarfsbasis spart ein Verlag viel Kapital.

Pauschalpreisfaktoren

Im Digitaldruck sind Pauschalpreise (Papier, Tinte, Druckwerke, Bindungen, Verpackung und Lieferung an das Lager des Verlags) gängig. Dieser Ansatz bietet einen einheitlichen Weg zur Anfrage von Preisen, jedoch müssen die der Druckerei bereitgestellten Daten hierfür genau sein. Pauschalpreise machen dem Verlag das Leben leichter, sie erfordern von der Druckerei allerdings eine genaue Kenntnis ihrer Preisstrukturen, bis hin zur Größe von Kartonpaketen, Häufigkeit von Sendungen und der Fähigkeit, optimale LKW-Ladungen zu planen. Die Standardisierung von Formaten, Papier und Kartons sind Schlüsselfaktoren, da sie die Produktivität verbessern und Kosten reduzieren.

Manchmal gilt der Preis pro Seite nur für Text und der Einband wird zusätzlich berechnet. Zusatzleistungen, wie beispielsweise Hardcover, Ringbindung, Einbandlaminierung, UV-Beschichtung, Vorbereitungskorrekturen, Direktversand und die Nutzung einer fünften Farbe, führen zu zusätzlichen Kosten, die beachtet werden müssen. Auch Personalkosten spielen hier eine Rolle, da ich beobachtet habe, dass die Kosten für Druckbetriebe mit nur einer Schicht meist hoch sind.

In den meisten Fällen bieten Druckereien eine Komplettlösung für 4-farbige Einbände, 1-farbigen und 4-farbigen Text, Bindung, Papier, Kartons, Vorbereitungsservices und Dateiarchivierung an. Verlage fordern unter Umständen von ihren Druckereien eine größere Materialvielfalt, mehr Bindungsoptionen, Einband-Finishes und Vertriebsmöglichkeiten – einige Betriebe verfügen jedoch eventuell nicht über alle Bindungsstile oder die richtigen digitalen Druckwerke für diese speziellen Anforderungen. Sollten Druckanbieter die Services nicht intern anbieten können, können sie auf Drittanbieter zurückgreifen, doch dies ist unüblich und in der Regel nicht kosteneffektiv.

Es gibt genügend Digitaldruckanbieter, aus denen Verlage den perfekten Partner in Sachen Produkt, Qualität, Preis und Service auswählen können.

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Erfolgreiche Verträge hängen nicht nur vom Preis ab

Der Preis pro Seite ist natürlich ein bedeutender Faktor, jedoch spielen auch andere Dinge, wie Standort, Qualität, Service, Erfahrung, elektronische Kommunikation, Kapazität und finanzielle Stabilität eine Rolle. Der Faktor Standort erklärt sich schlichtweg dadurch, dass er sich auf Lieferzeiten und -kosten auswirkt. Die Qualität variiert von Maschine zu Maschine. Vor einiger Zeit sagte man, dass Digitaldruck in puncto Langlebigkeit, Qualität und Preis durch Offset austauschbar sein muss. Diese Anforderung führte zu bedeutenden Veränderungen durch Papierlieferanten und wird auch von der vorhandenen Technik und Erfahrung der Druckerei beeinflusst, die in diesem Bereich an der Länge der Zeit gemessen werden kann. Service bedeutet, dass die Druckerei die richtigen Kapazitäten hat und den Materialfluss und die Anforderungen versteht, die nötig sind, um fertige Produkte ins Lager zu bringen.

Elektronische Kommunikation und Automatisierung sind das A und O. Monatliche digitale Druckaufträge unterscheiden sich stark von typischen Offset-Aufträgen. Zum Beispiel ist ein manueller Prozess bei 1.000 Aufträgen pro Monat und 50 bis 100 Büchern pro Auftrag unerschwinglich und ineffizient. Der gesamte Prozess muss automatisch stattfinden – das Inventarsystem erkennt den Meldebestand, sendet den Auftrag an den Buchdrucker, holt die Datei aus dem Archiv, platziert sie in der Warteschlange und schon geht es los. Sobald manuell eingegriffen werden muss, wird der Prozess zu langsam, zu teuer und zu fehleranfällig. Letztlich müssen auch Kundenaufträge eingebunden werden, damit sie direkt an den Drucker gesendet werden. Die elektronische Kommunikation erfordert vom Verlag und der Druckerei die Nutzung der erforderlichen Schnittstellen und eine engere Ausrichtung aneinander als jemals zuvor. Dies ist nicht nur eine Option!

Zum Beispiel ist ein manueller Prozess bei 1.000 Aufträgen pro Monat und 50 bis 100 Büchern pro Auftrag unerschwinglich und ineffizient. Der gesamte Prozess muss automatisch stattfinden.

Kapazität ist nicht nur das, was im Grunde vorhanden wäre, sondern das, was tatsächlich verfügbar ist. Eine Druckerei kann mir nicht helfen, wenn sie keine freien Kapazitäten mehr hat. Monatliche und jährliche Spitzenzeiten kann es auf beiden Seiten geben, daher ist ein Durchschnittsvolumen pro Monat nicht hilfreich. Bücher zu drucken ist nicht das gleiche wie Kontoauszüge zu drucken, bei denen in jeder Woche des Monats die gleiche Quantität gedruckt wird.

Finanzielle Stabilität ist wichtig, da sie Zeit braucht, um sich zu formen. Ein Druckvertrag mit einer Laufzeit von zwei oder drei Jahren ist besser als einer für ein Jahr. Wenn jedoch neue Technologie auf dem Markt Einzug hält, müssen Drucker bereit sein, aufzurüsten. Es gibt große Buchdrucker, die anfangen, Tintenstrahl-Technologie zu nutzen, um alle Quantitäten zwischen einem Exemplar und einer Million Exemplare drucken zu können. Tintenstrahl bietet zusätzlich die Option, manche oder alle Produkte zu individualisieren bzw. zu personalisieren.

Es gibt große Buchdrucker, die anfangen, Tintenstrahl-Technologie zu nutzen, um alle Quantitäten zwischen einem Exemplar und einer Million Exemplare drucken zu können.

Im Moment benötigen wir nicht viele individuelle Anpassungen, dies wird sich jedoch vielleicht in Zukunft ändern. Zum Beispiel könnten unsere Vertriebsmitarbeiter ihren Käufern Druckprodukte mit deren gedruckten Namen und einer persönlichen Botschaft übergeben.

Die Gespräche brauchen ihre Zeit

Bedenkt man alle Faktoren, die in einen Digitaldruckvertrag einfließen, empfehle ich, es langsam anzugehen. Es braucht Zeit, sich über alle Details zu verständigen. Mein Rat an Verlage und Druckereien ist, ehrlich und direkt zu sein und Informationen einschließlich langfristiger Marketingpläne miteinander zu teilen.

Ricoh möchte Ihnen unabhängige Meinungen von Branchenexperten bieten. Wir hoffen, dass die Ansichten unseres Gastredners für Sie interessant und anregend waren. Über Ihr Feedback würden wir uns sehr freuen.

Weitere Einblicke von Ricoh siehe:

http://www.ricoh.de/services-loesungen/production-printing/print-and-beyond/