Was müssen Buchhersteller liefern, um die Anforderungen der Verlage zu erfüllen?

[GÄSTE-BLOG]

Einleitung: Das Verlagswesen verändert sich

Director, Print Research International Ltd

John Charnock, Director, Print Research International Ltd

Es ist klar zu erkennen, dass sich das Verlagswesen der Gegenwart im Wandel befindet. Zuerst traf es Musikverlage, anschließend Zeitungsverlage und nun müssen auch Zeitschriften- und Buchverlage feststellen, dass sich ihre Märkte bis zur Unkenntlichkeit verändern. Diese Veränderungen sind ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bieten sie wichtige Chancen, auf der anderen Seite müssen wir mit ansehen, wie traditionelle Volumen dahinschmelzen und althergebrachte Fertigungsmodelle immer weniger in die heutige Zeit passen.

Herkömmliche Produktionsausrüstung kann nicht mehr an diesen sich ändernden Markt angepasst werden. Ich bezweifle, dass eine Bindelinie mit einem Durchsatz von 30.000 Büchern pro Stunde, wie die Müller Martini Corona, die ich vor 10 Jahren bei einem der größten britischen Buchhersteller installiert habe, jemals wieder einen Käufer findet – denn sie wird nicht mehr benötigt.

Warum? Nun, die Anforderungen der modernen Buchverlage ändern sich, und als Lieferanten müssen wir uns anpassen.

In der Vergangenheit bestanden Buchauflagen aus 2.000 bis 3.000 Exemplaren und diese wurden als Massengut in die Lager der Verlage geliefert. Verlage hielten einen Bestand von mehreren Millionen Pfund in ihren Lagerhäusern vor. Die Mengen und Margen waren ausreichend, um vierteljährlich zu produzieren und einzulagern. Heutzutage unterliegen Verlage starkem finanziellen Druck und eBooks drücken die Preise, wodurch der Markt weniger vorhersehbar geworden ist. Ein großer Bestand und das Risiko, auf diesem sitzen zu bleiben, machen diese Lösung für heutige Verlage immer unattraktiver.

Obwohl normale Aufträge über 500 Drucken, gefertigt auf traditioneller Ausrüstung, nicht ungewöhnlich sind, ist ein Trend zu kleineren Mengen und häufigeren Bestellzyklen doch offensichtlich. Wo aber geht dieser Trend hin und was erwarten Verlage auf lange Sicht?

Was ist der Heilige Gral für Verlage?

Einfarbige Bücher haben sich am schnellsten verändert. Da sie relativ günstig sind, ist es bei ihnen am schwierigsten, die Umsätze vorherzusagen Nach wie vor wird ein großer Anteil der in Großbritannien verkauften einfarbigen Bücher auch im Land selbst produziert, während farbige Bücher zumeist in fernöstlichen Ländern mit niedrigem Kosteniveau gefertigt werden..

Lassen Sie uns zunächst die einfarbigen Bücher betrachten: In Großbritannien gab es bedeutende Investitionen in digitale, einfarbige Bücher, wobei Clays, CPI und viele andere wie Ashford und TJ International in Tintenstrahldruckproduktion investiert haben. Diese Investitionen zeigen, dass der Markt der einfarbigen Bücher vor allem auf der On Demand-Herstellung für den Einzelhandel basiert.

Ich glaube, dass sobald sich die Lieferkette für einfarbige Bücher verfestigt hat, es nicht lange dauern wird, bis der Markt für farbige Bücher in eine ähnliche Richtung gehen wird.

 

Der Grund für diese Annahme lautet:

Verlage müssen auf den Markt reagieren, Umsätze sind weniger vorhersehbar und es wird immer schwerer einzuschätzen, welche Titel erfolgreich sein werden und welche nicht. Ein Verleger sagte mir einmal: „Ich habe 5.000 Titel, ich weiß, dass 30 % Topseller sein werden, aber ich weiß nicht, welche 30 % es sein werden.“

Wir wissen auch, dass es drei Tage dauert, ein Buch an ein Verlagslager zu liefern und zu bearbeiten. Anschließend dauert es drei Tage, um es weiter zu verteilen. Sechs Tage sind in der heutigen Verlagswelt einfach zu viel! Verlage müssen auf den Einzelhandels- und Internet-Umsatz der Vorwoche schauen und für die nächste Woche bestellen oder auffüllen können. So einfach ist das.

Das heißt, dass wir letztendlich Bestellungen von 200 bis 500 Büchern in einem 3-Tage-Zyklus als Minimum herstellen müssen, selbst mit der traditionellen Ausrüstung. In Zukunft wird auch der Druck bestehen, eine erhöhte Verfügbarkeit zu bieten, um Verlage im erforderlichen Umfang bedienen zu können. Das bedeutet, dass die digitale Farbproduktion eine Grundvoraussetzung sein wird. (Meiner Erfahrung nach, kann Litho das einfach nicht.)

Die eingeschalteten Drucker tragen dieses Prinzip eine Stufe weiter. Wenn ein Drucker eine Bestellung innerhalb von 3 Tagen bearbeitet, warum ist es dann nicht möglich, das Distributionssystem und Lager des Verlags zu umgeben und direkt in die Läden zu liefern? Nicht als Einzelaufträge, sondern als gemischte Chargen basierend auf den in dem Geschäft verkauften Titeln in der Vorwoche.

Wenn das mit minimalen Auswirkungen auf die Stückkosten möglich ist, wäre das der „Heilige Gral“ für Verlage. Ich denke, dies findet in einigen Bereichen bereits statt. Meiner Meinung nach ist dies der Grund, warum Penguin/Harper Collins alle Sortimentstitel von einem Vertrag mit zwei Lieferanten (St Ives, Clays und CPI) auf einen Vertrag mit einem Lieferanten (Clays) geändert haben. Weniger Lieferanten bedeuten eine bessere Effizienz in Produktion und Distribution.

Das heißt, dass Druckereien wöchentlich oder täglich Bestellungen von 5 bis 500 Büchern drucken müssen. Aber diese Bestellungen belaufen sich auf ein hohes Gesamtvolumen über das ganze Jahr gesehen, da der Markt viele Millionen Bücher pro Jahr konsumiert.

Das erfordert, dass die digitale Buchproduktion sich für diese Herausforderung rüstet – was sie auch bereits tut.

Hin zur Farbe

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Sobald durch die Tintenstrahlproduktion für die Verlage akzeptable Farben erzeugt werden, gibt es keinen Grund mehr, warum eine Buchdruckerei nicht auf Farbe umstellen und die Mehrzahl der nachgefragten Titel für den Markt liefern sollte. Dies ist eine große Chance für diese Unternehmen, denn farbige Bücher haben einen höheren Wert und sie können damit einen Markt bedienen, der ihnen bis dahin verschlossen war.

Digitaler Tintenstrahldruck ist vorhanden und viele Buchdruckereien bilden sich in diesem Bereich fort, um Verlagen die Möglichkeit anzubieten, die Produktion von farbigen Büchern aus China nach Großbritannien und Europa zurück zu holen.

Das geht jedoch nicht ohne einige Herausforderungen:

  • Damit farbige und einfarbige Bücher in einer Fertigungsstätte produziert werden können, muss es wesentliche Veränderung in der Infrastruktur geben. Es werden hochwertigere Systeme, bessere Arbeitsabläufe und ein vollständig integriertes Vertriebssystem benötigt, das sich in die ERP-Systeme der Verlage und Einzelhändler einfügt.

 

  • Der Markt für Farbdruck fordert eine wesentlich höhere Farbqualität. Deshalb müssen das Farbmanagement und eine chargenübergreifende Konsistenz sichergestellt sein. Die Angst der Verlage ist, dass die Qualität ihrer Markennamen und -autoren leiden könnte. Farbige Bücher müssen, ungeachtet ihres Produktionsprozesses, durch die Öffentlichkeit weiterhin als hochwertig wahrgenommen werden.

 

  • Die Produktionsausrüstung muss automatisierter und flexibler und in der Lage sein, nahtlos von einem Format zum anderen zu wechseln. Papierwechsel und Abschnittslayouts müssen mindestens Formate wie B, Royal, A4 und A5 verarbeiten können.

 

  • Die Logistik zur Verfolgung von Signaturen, Einbänden, Umschlägen und Hüllen sowie die Platzierung der richtigen Komponente am richtigen Ort zur richtigen Zeit müssen optimiert werden, um effizient und mit minimalem Abfall produzieren zu können. MIS, Barcode- und Signaturerkennung, motorisierte Wechsel, JDF und geräteübergreifende Kommunikation sowie die Einbindung von externen Datenquellen – Spediteure und Einzelhandelssysteme müssen mitmachen, damit die Lieferkette störungsfrei funktioniert.

Warum das alles?

Das alles scheint hohe Investitionen, viel Aufwand und eine wesentliches Risiko für alle Beteiligten zu beinhalten. Aber die Vorteile sind genauso groß. Man muss nur daran denken, dass Clays einen 100%-Liefervertrag mit Penguin/Random House abgeschlossen hat. Das heißt, dass der Anbieter von Druckdienstleistungen ein noch wichtigerer Partner für den Verlag wird. Sobald die Lieferkette steht und der Verlag Einsparungen erzielt, wird die Druckerei zum Logistikpartner, strategischen Partner und Lieferanten, der in die Auflage und Verteilung eingebunden und letztlich dafür verantwortlich ist, dass der Verlag in einem schwierigen Markt wettbewerbsfähig ist.

Wenn ich hinsichtlich des farbigen Tintenstrahldrucks Recht habe, wird ein großer Teil der Farbbuchproduktion aus Fernost und anderen Regionen auf den lokalen Markt zurückkehren, wodurch eine traditionelle Buchdruckerei wesentlich wachsen kann. Schließlich sind in Großbritannien und Europa nicht mehr viele traditionelle Buchdruckereien vorhanden.

 

Dieses Lieferkettenmodell wird es Verlagen ermöglichen, mehr Titel bei geringerem vorgelagertem Risiko zu veröffentlichen. Außerdem wird dadurch Einzelhändlern die Möglichkeit eröffnet, vor Ort und als Selbstverlag zu produzieren. Damit wird das Buch gegenüber anderen elektronischen Veröffentlichungstechnologien sehr wettbewerbsfähig gemacht.

Eine weitere Möglichkeit stellt die Öffnung alter Kataloge dar, damit die Verlage ihre Vermögenswerte optimal nutzen und Druckereien Einzelexemplare herstellen und vielleicht direkt an den Kunden liefern können. Da, wo die Lieferkette und die Dauer bis zur Veröffentlichung länger ist, könnten neue Produkte wie personalisierte Bücher, besonders für Kinder, ein normaler Weg sein, Mehrwert bei etwas zu erzielen, was mal ein Massenprodukt war. Genauso könnten Buchläden zeitkritischere Produkte wie Magazine und Zeitungen anbieten.

Mit den Veränderungen in der Lieferkette im Verlagswesen werden mehr Produkte lokal produziert werden, um die zeitkritischen Bedürfnisse der Verlage zu erfüllen.

John Charnock
Print Research International Ltd

 

Dieser Artikel wurde von Ricoh in Auftrag gegeben und bietet unabhängige Meinungen von Branchenexperten. Wir hoffen, dass die Ansichten unseres Gastreferenten für Sie interessant und anregend waren. Über Ihr Feedback würden wir uns sehr freuen.

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Ricoh auf den Hunkeler Innovationdays 2015

Druck auf Offsetpapier mit Ricoh Pro VC60000

Druck auf Offsetpapier mit Ricoh Pro VC60000

Vollfarbiger Duplexdruck der Papierbahn von Rolle zu Rolle auf der Ricoh Pro VC60000. Neue Inkjet-Kopf-Generation von Ricoh mit 1200 X 1200 DPI Auflösung.

Signature, Booklet and Budget Binding Solution

Signature, Booklet and Budget Binding Solution

Nearline-Verarbeitung der vierfarbig bedruckten Papierbahn auf Hunkeler-Linie mit Abwickelmodul UW6, Folder Merger FM6, Querschneider der Hochleistungsklasse CS6-HS. Das Stapeln der Signaturen über die doppelte Sternradauslage SD7 zu Buchblocks (Budget Binding) oder variablen Booklets mit 8-, 12, 16- oder 20-Seiten Umfang. Produktionsgeschwindigkeit bis 180 Metern pro Minute. Garantiert schonende Verarbeitung dank Qualitätsgütesiegel ‚huncolor’.

Mehr über Ricoh auf den  Hunkeler Innovationdays 2015  (English)

Sind Sie Teil des Problems oder bereits Teil der Lösung?

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Graham Reed, Berater bei Print Tribe, Director bei Global Print Strategies

Graham Reed, Berater bei Print Tribe, Director bei Global Print Strategies

Seit vielen Jahren wird mit dem Digitaldruck ein kosteneffektiver und umfassender Druckprozess versprochen. Es ist nicht zu leugnen, dass dieses Ziel die Druckbranche nachhaltig verändert hat. Das Konzept vollständig variabler Inhalte, die sich in einem kurzen Produktionsverfahren erzeugen lassen, haben die Fantasie von zahlreichen Marketingunternehmen und Druckanbietern beflügelt: Visitenkarten mit Bildern, Flyer, die sich inhaltlich an Nischenzielgruppen anpassen lassen, oder personalisierte Verpackungen – die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

Diese Möglichkeiten richtig zu nutzen, ist jedoch nicht immer einfach. Ich bin mir nicht sicher, ob Marketingunternehmen und Brand Manager das volle Potential und die finanziellen Vorteile erkennen, die mit einer echten personalisierten persönlichen Kommunikation verbunden sind. Oder liegt es daran, dass Vertriebsmitarbeiter im Druckbereich mit der Mentalität „Geben Sie mir Ihre Angaben und ich nenne Ihnen den Preis“ kein überzeugendes Angebot entwickeln können, das über den Preis und standardisierte Produkte hinausgeht?

Wenn wir uns auf die Frage konzentrieren, warum der variable Datendruck (VDP) und medienübergreifende Lösungen von Marketingunternehmen nicht angenommen werden, stellen die preisbasierten Einwände eine Reaktion dar, die auf allgemeine und tiefergehende Probleme im eigenen Unternehmen hinweisen. Diese können zweierlei Art sein: Entweder wurde das Konzept nicht verstanden, oder das Unternehmen verfügt nicht über die erforderlichen Infrastrukturen oder Prozesse, um Daten kosteneffizient und integriert erfassen und filtern zu können.

Immer wieder beklagen sich CMOs und CEOs bei mir darüber, dass ihre Daten gerade einmal dazu ausreichen, um auf einem einfachen Anschreiben die Adresse und Anrede zu variieren. Wie kann die Druckbranche dieses Problem lösen? Meiner Meinung nach müssen wir unseren Kunden den Weg aufzeigen und sie über die Best Practices und Vorteile vollständig personalisierter Druckangebote aufklären. Wir müssen deutlich machen, dass Personalisierung bei Marketing- und Kommunikationsprojekten bessere finanzielle Ergebnisse mit sich bringt.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir uns von der verbreiteten Mentalität, alles über den Preis zu regeln, schnell verabschieden!

Um mit integrierten Drucklösungen eine langfristige Kundenbindung zu unterstützen, benötigen wir neues unternehmerisch denkendes Vertriebspersonal, das Angebote erstellen kann, die wirklichen Mehrwert im Druckprozess erzeugen und so dem Kunden messbare finanzielle Vorteile bieten. Nur wenn wir als Aufklärer und Experten für datenbasierte Technologien auftreten, können wir diese Chance nutzen.

Der nächste Schritt besteht in der Entwicklung einer überzeugenden Lösungsarchitektur, welche den Nutzen von Daten, medienübergreifenden Kampagnen, Web-to-Print (W2P) und zielgruppenspezifischer variabler Datendruck für Unternehmen deutlich macht. Eine Lösung, die relevant und auf die Anforderungen von CMOs zugeschnitten ist, kann überzeugende Ergebnisse liefern und die Erfassung zusätzlicher Daten ermöglichen, mit denen sich die Kommunikation mit Endkunden weiter optimieren lässt.

Ohne Zweifel verfügen wir über die richtige Technologie dazu. Wir müssen sie allerdings auch richtig verkaufen.

Der vollständige Bericht Wir müssen den Mehrwert von digitalen Drucklösungen hervorheben“, kann von Ricoh Business Driver-Nutzern abgerufen werden. Alternativ können Sie eine Kopie anfordern, indem Sie das folgende Formular ausfüllen.

Der vollständige Bericht „Wir müssen den Mehrwert von digitalen Drucklösungen hervorheben“

Werbung im Einzelhandel – eine neue Chance

 

Es ist kein Geheimnis, dass es bei digitalen Verpackungen ein enormes Wachstum gibt.  Laut der neuesten Studie von Smithers Pira h wird für 2016 ein Wachstum von 31 % vorausgesagt.

Allerdings gibt es noch weitere Märkte, die eng mit digitalen Verpackungen verbunden sind, die große Chancen bieten.  Die Vielseitigkeit der Digitaldrucktechnologie erzeugt eine Nachfrage nach dreidimensional gedruckten Objekten – ganz gleich, ob für Verpackung und Etiketten, oder für Verkaufsort / Einkaufsort und Direktmarketing.

Anstatt uns nur auf digitale Verpackungen zu beschränken, beschreiben wir bei Ricoh diesen umfassenden Bereich als ‚Einzelhandelswerbung‘.

Warum besteht ein derartiges Interesse an Werbemaßnahmen für den Einzelhandel und digitalen Verpackungen? Und, was noch wichtiger ist, wie können Druckdienstleister davon profitieren?

Was treibt dieses Wachstum an?

Wie beim allgemeinen Übergang vom Offset- zum Digitaldruck werden die Druckauflagen immer kleiner. Laut InfoTrends(*2) werden fast 38 % aller Jobs digital gedruckt.

Dies liegt teilweise am allgemeinen Trend, dass Marketing-Kommunikation zielgerichteter ist, und an dem schnellen Austausch von für den Kunden besonders interessanten Informationen.

Caslon(*3) identifiziert mehrere Faktoren bezüglich des Anstiegs an niedrigeren Auflagen wie folgt:

  • Verringert die Kosten für niedrige Auflagen der Verpackungen für Lagerartikel (SKUs)
  • Die Umwelt profitiert, weil Abfall bei der Vorbereitung und durch Veralterung enorm reduziert wird.
  • Mikromarketing oder regionale Marketing-Werbung
  • Und das „Nonplusultra bei der Kundenkommunikation“ – personalisierte Verpackung.

Diese Faktoren gelten auch für den Verkaufsort und allgemeine Werbeaktivitäten, weil immer mehr Marketing-Abteilungen die Vorteile des personalisierten Drucks als Teil ihrer Werbeaktivitäten erkennen.

Durch hocheffiziente Direktwerbematerialien mit dreidimensionalen Drucktechniken können Marketing-Kampagnen wirklich hervorstechen. „3D- oder eindimensionale Werbung, ob beispielsweise in Form einer Box mit einem Teaser oder eines Schlauchs, übertrifft laut DMA Standardformate um 250 %, erhöht aber die Kosten pro Lead um nur 50 %“ – Laurie Beasley (*4).

Das Interessante an dieser Statistik ist, dass sie aufzeigt, dass Marken bei der Verwendung neuer digitaler Drucktechnologien wesentlich bessere Antwortquoten erhalten, wodurch sie die zusätzlichen Druckkosten kompensieren können.

Von Produkteinführungen zu Produktionsjobs

Digitaldruck wurde häufig für Produkteinführungen und Prototypen genutzt, weil er die Produktion sehr kleiner, manchmal sogar nur einer, Auflage kostengünstig macht. Daher können Druckdienstleister mehrere Designs und Varianten liefern, die vor der Einführung getestet werden können.

Oft zögerten Druckdienstleister umfangreiche Produktionsauflagen digital zu drucken, hauptsächlich weil sie Bedenken hinsichtlich der Farbkonsistenz und Medienunterstützung hatten.

Diese Ansicht wird immer mehr infrage gestellt. Denn erstens sind die neuesten Produktions-Einzelblattsysteme mit hochwertiger Farbverwaltung ausgestattet, sodass es für die Endbenutzer in vielen Fällen schwierig ist, zu unterscheiden, was auf digitalen oder Offset-Systemen gedruckt wurde.

Zweitens können dank der neuesten Innovationen schwerere, beschichtete und spezielle Medien mit dieser Technologie bedruckt und noch mehr echte Produktionsjobs erstellt werden.

PIN Sp. z o.o. in Polen ist ein gutes Beispiel für einen Druckdienstleister, der digitalen Einzelblattdruck für Großauflagen verwendet. PIN ist auf den Offset-Druck in Hausdruckereien und DVDRs spezialisiert. Sie bieten immer mehr Drucktechniken an, einschließlich des Digitaldrucks für niedrige bis mittlere Auflagen, CD/DVD/BD-Disks und Verpackungen. Ricoh arbeitete mit PIN zusammen, um die Verwendung von beschichtetem Papier mit 150 g/m2 auf 220 oder 280 g/m2 vielschichtige Faltschachteln von Incada zu testen und freizugeben, was eine wichtige Anforderung an die Lösung darstellt.

Neue Möglichkeiten der Personalisierung

Ein wichtiger Vorteil des Digitaldrucks ist die Verwaltung variabler Daten – fast jedes Element aller gedruckten Artikel kann personalisiert werden. Dies eröffnet Markeninhabern und Vermarktern eine Reihe an Möglichkeiten, mit ihren Kunden auf neuen Wegen zu kommunizieren und Strategien zum Aufspüren individueller Produkte zu entwickeln.

Aussage von Infotrends: „Die Möglichkeit, digitale End-to-End-Workflows für die Produktion personalisierter Etiketten zu erzeugen, unterstützt Markeninhaber bei der Entwicklung neuer Verpackungsinnovationen, der besseren Segmentierung ihrer Produkte, der Erhöhung der Sicherheit und der Rück- und Nachverfolgung ihrer Produkte“.

Ein Beispiel ist die weltweite Kampagne von Coca-Cola im Sommer 2013 – „Share a Coke“. Aussage laut Projektstudie(*5): „Auf unseren Flaschen sind 250 der beliebtesten Namen in Großbritannien aufgeführt und Sie finden sie während der Sommermonate in Regalen im ganzen Land.“ Dadurch kann Coca-Cola die Interaktion zwischen dem Produkt und den Kunden als Teil eines weltweiten Markenauftritts erhöhen.

Ein weiteres Beispiel ist die Simpson Group, ein wichtiger Anbieter von Point-of-Purchase-Druck im britischen und europäischen Einzelhandel.  Simpson hat jetzt in die digitale Drucktechnologie von Ricoh investiert, damit kleinere Unternehmen, die nach hochwertigen Werbematerialien mit zielgerichteten Nachrichten, die in kleinen Mengen gedruckt werden, nach Bedarf Point-of-Sale- und Werbelösungen anbieten können. Die Simpson Group kann jetzt eine tagesaktuelle Produktion einer Reihe von Point-of-Sale und Werbung – gedruckt auf verschiedene Substrate einschließlich Karton und selbstklebend – anbieten, die alle auf die Bedürfnisse kleiner Unternehmen zugeschnitten sind.

Erste Schritte

Dieser Markt ist nicht nur für die besten Digitaldrucker da.  Heutzutage ist die Technologie, die traditionell als Domäne des hochvolumigen Digitaldrucks betrachtet wird, für Klein- und Kleinstauflagen zugänglich.  Zum Beispiel kann mit den neuesten Entwicklungen bei der Digitaldrucktechnologie und insbesondere den Medien auf Produktionsdruck-Einzelblatttechnologie wie der Ricoh Pro C-Farbserie gedruckt werden. Damit wird Druckdienstleistern eine kostengünstigere Alternative geboten.

Mit den neuen Medien können Sie auf digitalen Produktions-Einzelblattdruckern drucken. Mit leichten Platten und Hydroprint von Kernow Coatings ermöglicht beispielsweise die „Kombination aus Tonerdruck und Folie mittelfristige (z. B. sechs Monate) Beschilderung im Außenbereich ohne Laminierung. Und die Möglichkeiten an Verkaufsorten sind beinahe grenzenlos!“

Das bedeutet, dass Druckdienstleister mit der Digitaldrucktechnologie von Ricoh diesen wachsenden Markt jetzt erschließen können.

Beispiel Ricoh Prüfzertifikat

Beispiel Ricoh Prüfzertifikat

Workflow – Die Erstellung eines kompletten Workflows für Produktionsverpackungen kann komplex sein. Druckdienstleister können jedoch mit Ausschieß-Softwaretools (wie TotalFlow Prep), mit der sie kleinere Jobs verwalten können, erst einmal anfangen, bevor sie in einen kompletten Verpackungs-Worfkflow investieren.

Drucktechnologie – Ricoh testet ständig neue Medien, um die Bedürfnisse seiner Kunden zu unterstützen. Wie das PIN-Kundenbeispiel aufzeigt, ist das Medium/Substrat immer eine kritische Komponente der Druckanwendung.

Finishing – ist eine wichtige Komponente für die Werbung im Einzelhandel. Es gibt jetzt eine große Auswahl an Cuttern, Faltern und ähnlichen Vorrichtungen, die mit digitaler Einzelblattproduktion funktionieren – und eine sehr kostengünstige Lösung bieten.

Eine weitere Alternative für Druckdienstleister mit kleineren Auflagen, die aber noch nicht in Finishing-Optionen investieren möchten, ist die Berücksichtigung des wachsenden Angebots an Standard-Vorlagen von Unternehmen wie Relyco (DigiPOP), Creazy und HeyPressGo.

America Online (USA) benötigte beispielsweise eine kleine Anzahl an Werbeartikeln, um spezielle Events für „Wissenserfahrung“ für die Mitarbeiter zu unterstützen. Ihr Druckraum benutzte DigiPOP-Substrate, um zwei Werbeartikel für dieses Event zu erstellen: eine „Goddie Bag“ und einen Faltprospekt.  Somit konnten diese Artikel betriebsintern gedruckt werden – ohne den Einsatz von Schneideeinheit, Falter oder sonstigen Finishing-Optionen.

Graham Moore - Direktor für Geschäftsentwicklung für Ricoh Europe

Graham Moore – Direktor für Geschäftsentwicklung für Ricoh Europe

Zusammenfassung

Es wird Zeit, über den Tellerrand hinauszuschauen und die Chancen der Einzelhandelswerbung zu ergreifen.  Druckdienstleistern stehen viele Möglichkeiten zur Einführung innovativer, neuer Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung, um von der wachsenden Nachfrage nach personalisierten Produktionsverpackungen in unterschiedlichen Versionen, Point-of-Sale und wirkungsvollen Marketing-Materialien zu profitieren.

Es ist erfreulich, dass diese Anwendungen mit der Unterstützung von Workflow- und Finishing-Lösungen auf digitalen Einzelblatt-Produktionsdruckern von Ricoh erstellt werden können.

Für weitere Einblicke von Ricoh siehe: ricoh.de/printandbeyond

Quellen:

*1 Smithers Pira– AMR Analyse, 2012
*2 InfoTrends – Verpackung und Markeninhaber: Europa
*3 Caslon – Gelegenheiten bei Digitaldruck und Innovation bei Verpackungen verstehen
*4 Laurie Beasley – „Warum Direktwerbung immer noch die niedrigsten Kosten pro Lead und die höchste Umsetzungsquote bietet“, Juni 2013
*5 CocaCola – „Share a coke“ Kampagne http://www.coca-cola.co.uk/share-a-coke/share-a-coke.html

Meganews – ein neues Modell für die Veröffentlichung von Zeitschriften?

Kürzlich haben wir in Stockholm die vielleicht ultimative „Print on Demand“-Lösung für Publishing als Pilot installiert.  Meganews ist ein revolutionäres neues Konzept, das Zeitschriften direkt zu den Lesern bringt.

Das Konzept von Meganews

Artist's impression of Meganews in action

Die visionäre Sicht von Meganews

Meganews ist einfach gesagt ein Automat zum Verkauf von Zeitschriften. Der Automat verfügt über einen Internetzugang und druckt in Echtzeit ein Exemplar der ausgewählten Zeitschrift. Die Zeitschrift wird über Bildschirme am Kiosk ausgewählt und per Kreditkarte bezahlt. Vom Kauf bis zur Ausgabe einer frisch gedruckten Zeitschrift aus der Ausgabe vergehen nur 2 Minuten.

Zu Beginn können die Kunden aus über 200 Zeitschriften und Zeitungen wählen.

The Meganews kiosk

Der Meganews Kiosk

Partnerschaften

Die schwedischen Journalisten und Medienunternehmer Lars und Hans Adaktusson hatten die Idee für Meganews. Neben der Software stammen das Kartenterminal und die Bildschirme vom Technologieberatungsunternehmen Sweco.
LA + B, ein auf Industriedesign spezialisiertes Unternehmen, entwarf den Kiosk.
Und nicht zuletzt bietet die digitale Farb-Einzelblatt-Technologie von Ricoh den hochwertigen
On-Demand-Farbdruck.

Vorteile für Verlage

Die Lösung verringert die Kosten der Verlage für Verteilung und Logistik. Wir erwarten, dass die Verlage ihre Kosten um etwa 10 % senken können, indem auf Abruf am Standort des Kunden gedruckt wird.

Dies ist auch umweltfreundlicher, da die Transportwege verkürzt werden. Einer Umfrage zufolge, die vom Forschungsinstitut Innventia im Auftrag von Meganews Magazines durchgeführt wurde, werden während des Lebenszyklus einer im Meganews-Kiosk gedruckten Zeitschrift etwa 60 Prozent weniger Treibhausgase freigesetzt als bei einer herkömmlich gedruckten und ausgelieferten Zeitschrift. Der Grund hierfür ist, dass 40 Prozent der herkömmlichen Zeitschriften nicht verkauft werden, zurückgesendet werden müssen und direkt dem Recycling zugeführt werden.

Beinahe alle schwedischen Verlage sind dabei, einschließlich Bonnier Tidskrifter, Aller Media, Albinson & Sjöberg, LRF Media, IDG, Talentum und Medströms.

Alle Zeitschriften werden auf Abruf gedruckt. Das bedeutet auch, dass eine viel größere Anzahl an Titeln als an einem normalen Kiosken angeboten werden kann, z. B. auch ältere Ausgaben.

Tommy Segelberg, Director Nordic Operations, Production Printing Business Group, Ricoh Sweden

Tommy Segelberg, Director Nordic Operations, Production Printing Business Group, Ricoh Sweden

Wie wird Meganews eingeführt?

Der Meganews-Kiosk in der Ladenpassage Mood-gallerian ist der erste seiner Art. In den nächsten sechs Monaten wird der Kiosk unter anderem an Flughäfen, in Hotels, Krankenhäusern, Lebensmittelgeschäften und in weiteren Ladenpassagen getestet werden.

Insgesamt möchten wir natürlich, dass Meganews global wird.   Wir erwarten, dass  der Launch in Mood-gallerian der Beginn von etwas Revolutionärem ist.