Die Evolution des Druckprozesses in einer vernetzten Welt

Mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung hat mittlerweile Zugang zum Internet (Pew Research Center). Da ist es nicht überraschend, dass sich die Rolle der gedruckten Kommunikation im Wandel befindet. Die Herausforderung besteht darin, dass sich die Zeit, die die Menschen mit verschiedenen Medien verbringen, von traditionellen Kanälen wie Radio, Fernsehen und Printmedien hin zum Internet und Mobilkanälen verlagert. Das bedeutet, dass die Rolle der gedruckten Kommunikation im breiten Spektrum aller dieser Medien angepasst und neu definiert werden muss.

Für jedes Medium aufgewendete Zeit vs. Werbeausgaben

Für jedes Medium aufgewendete Zeit vs. Werbeausgaben

Daher ist es nicht überraschend, dass sich die Werbeausgaben auf Online- und Mobilmärkte verlagern. Laut dem PWC Global Entertainment and Media Outlook 2013 wies die Internetwerbung im Jahr 2013 ein Wachstum um ungefähr 16 % und die Mobilwerbung um 47 % auf.

Dies hat weitreichende Auswirkung auf wichtige Bereiche der gedruckten Kommunikation, die für Druckdienstanbieter wichtig sind.

  • Der Umfang an Direktwerbung und Direktmarketing-Katalogen ist durch die letzte Rezession und das Wachstum der elektronischen Medien zurückgegangen. Zwar sind beide weiterhin wichtige Marketingkanäle für die Unternehmen, aber sie werden in immer größerem Maße neben den digitalen Formen der Kommunikation instrumentalisiert.
  • Im Gegensatz zu Direktwerbung und Katalogen, bei denen es sich um unternehmensgesteuerte Marketingaufwendungen handelt, ist der Transaktionsdruck immer mehr verbrauchergesteuert, da die Empfänger ihre bevorzugten Zustellungsmethoden vorgeben.
  • Elektronische Medien haben die Buchbranche tief erschüttert, da sie grundlegend die Dynamik verändern, wie Bücher verkauft und genutzt werden. Buchverlage und Buchdrucker passen sich an die sich schnell verändernde Realität des Marktes an und erschließen neue Geschäftsmodelle, die durch das Publishing in einer Multi-Channel-Welt ermöglicht werden.
  • Online-Werbung, steigende Portokosten und der Wettbewerb durch die elektronischen Medien haben sich auf Zeitungen und Zeitschriften ausgewirkt. Zeitungen und Zeitschriften werden nach wie vor viel gelesen und als zuverlässige Quelle geschätzt, aber die Verlage suchen neue und innovative Wege, um den Druck mit elektronischen Kanälen zu kombinieren.

Unser neues White Paper „Multi-Channel-Kommunikation – Die Evolution des Druckprozesses in einer vernetzten Welt“ untersucht, wie Werbende und Verlage die gedruckten Produkte in einer Reihe von wichtigen Märkten an die Multi-Channel-Realität anpassen können: Direktwerbung und Direktmarketingkataloge, Transaktionsdruck, Bücher sowie Zeitungen und Zeitschriften.

Sie können dieses White Paper hier herunterladen

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Direktmailing in einer digitalen Welt

[GAST-BLOG]

Direct_Mail bannerEs wäre durchaus anzunehmen, dass Direktmailing ausgedient hat und neben den sozialen Medien, SMS und E-Mail heute nicht mehr bestehen kann. Dies ist so jedoch nicht ganz richtig – zum Beispiel hatten auch Fernsehen und Kindle nicht das Verschwinden von Büchern zur Folge, und nur aufgrund der Marketinganreize von E-Mails und SMS hat das Direktmailing noch lange nicht an Wirkung verloren. Die uns zur Verfügung stehende Technologie befindet sich konstant im Wandel. Deswegen könnte man leicht annehmen, dass die traditionellen  Kommunikationsmethoden neben dem umfangreichen Angebot an neuen Apps und Tools unmodern geworden sind.

Direktmailing verspricht eine bedeutende Rendite

Laut einer Statistik aus dem Jahre 2013 der Central Mailing Services reagierten 48 % der britischen Bevölkerung im letzten Jahr auf Direktwerbung. Die Studie ergab auch, dass 62 % der Befragten gern Angebote per Briefpost erhalten und 56 % es schätzen, nützliche Informationen in Briefform zu bekommen.  Direktmailing spricht uns als immer noch an, sofern es für uns relevant und auf unsere Bedürfnisse abgestimmt ist.

Auch wenn die Prognose für das Direktmailing besser als erwartet ausfällt, hat das Direktmarketing per E-Mail einen großen Einfluss. Nach Angaben eines Gremiums aus 128 Experten für E-Mail-Marketing in den Bereichen B2B und B2C, das von der britischen Direct Mail Association anlässlich des Jahresberichts zum E-Mail-Marketing befragt wurde, rechnen 56 % der Befragten damit, dass das Marketingbudget zugunsten des Bereiches E-Mail für das 2014 aufgestockt wird. Die optimistischen Aussichten für diesen Marketingkanal werden durch eine durchschnittliche Umsatzsteigerung von 16 % von 21,48 GBP im Jahre 2012 auf fast 25 GBP (24,93 GBP) 2013 für jedes für E-Mail-Kampagnen ausgegebene britische Pfund gestützt.  Dieser Satz steigt auf durchschnittlich 30,52 GBP im Bereich der B2C-Kampagnen.

Dieser Anstieg der Rendite lässt sich auf den verstärkten Fokus auf zielorientiertere Kampagnen zurückführen. Hervorgehoben wurde die Bedeutung von auf bestimmte Zielgruppen ausgerichteten E-Mails, da der Prozentsatz an Vermarktern, die Kampagnen auf mehr als sechs Zielgruppen ausrichten, von 29 % im Jahre 2011 auf 38 % im Jahre 2013 gestiegen ist. Auf bestimmte Marktsegmente ausgerichtete E-Mails machten 2013 60 % des Umsatzvolumens aller E-Mail-Kampagnen aus. Im Vorjahr waren es dagegen 55 %. Vermehrte Aktivitäten in den sozialen Medien wirken sich ebenfalls sehr positiv auf die Rendite im Bereich E-Mail aus, da wachsende Markenbindung der Verbraucher gefördert und die Erfassung neuer E-Mail-Adressen vereinfacht wird.

Wir leben heute in einer Welt, in der Zeit zu einem kostbaren Gut geworden ist. Die meisten von uns leiden unter der E-Mail-Flut, und so werden viele Nachrichten gar nicht erst geöffnet, sondern direkt in den Papierkorb verschoben. Bei 300 Milliarden Nachrichten, die täglich versendet werden, und einer ständigen Bombardierung mit Marketing-E-Mails ist es eine willkommene Abwechslung, eine kreative und einschlägige Werbung im Briefkasten zu finden, wenn man nach Hause kommt. Tatsächlich hat das Direktmailing einen gewissen Neuheitswert. Eine solche Werbebotschaft wird aufbewahrt oder weitergegeben – und sticht unter all den vielen langweiligen E-Mails regelrecht hervor. Da der Digitaldruck in Bezug auf kosteneffektive Mengen und personalisierte Botschaften immer attraktiver wird, ist es nun auch möglich, kleine Botschaften zu versenden, die sich vom Wettbewerb abheben, ohne dabei gleich das ohnehin schon angespannte Marketingbudget überzustrapazieren. So ließ sich mit dieser Art des Marketings während des letzten Jahrzehnts jedes Jahr eine höhere Rendite erzielen.

Die Zukunft liegt in der Verwendung von Omni-Channel-Marketing

Eine Studie der britischen Direct Marketing Association zeigte 2013, dass die Antwortquote im Bereich Direktmailing bei einer bestehenden Kundenbeziehung bei durchschnittlich 3,4 % liegt, im Vergleich zu 0,12 % bei der Verwendung von E-Mail.  Die nächste große Herausforderung für Druckdienstleister ist das hybride Direktmailing oder Omni-Channel-Marketing, eine Kombination aus gedrucktem Direktmailing und Online-Interaktion über E-Mails, SMS, soziale Medien und alle anderen relevanten Kanäle.

Gedrucktes Direktmailing bietet heute gute Möglichkeiten für digitale Interaktion. Als Folge davon konzentriert sich das digitale Marketing nun auf innovative Lösungen für gedrucktes Direktmailing. Es sieht ganz danach aus, als ob sich so eine für beide Seiten vorteilhafte Beziehung aufbauen lässt.

 

Quelle: InfoTrends

Quelle: InfoTrends

Forschungen von InfoTrends unterstützen die Theorie, dass sich bei einer erfolgreichen Kombination des Drucks mit anderen Kommunikationskanälen in einer Kampagne wesentlich höhere Antwortquoten erzielen lassen.

Ein kreatives Design und Format kann beim Direktmailing schnell zu noch besseren Ergebnissen führen. Die Verwendung von Formaten mit anderen Strukturen oder Dimensionen ist sehr beliebt geworden, da die Botschaften so mehr ins Auge fallen, als bei Verwendung eines normalen Blatts Papier. Umfragen haben ergeben, dass ein Brief in dimensionaler Ausführung:

  • eine zwanzig Mal höhere Aufmerksamkeit erhält als ein Werbebrief mit flachem Format
  • eine Antwortquote von 75 % erzielen kann
  • bei mindestens 80 % der Empfänger für positive Reaktionen sorgt

Herausforderungen für kleine und mittlere Unternehmen

Die größte Herausforderung für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen in diesem Bereich ist es, interne Ressourcen und Kenntnisse bereitzustellen, um gemischte Mailing-Kampagnen – oder Hybrid-Kampagnen – effizient zu verwalten. Da etwa 75 % des E-Mail-Marketings noch immer von unternehmensinternen Teams durchgeführt wird, liegt es auf der Hand, dass Druckdienstleister ihren Kunden eine kombinierte Lösung aus Druck und E-Mail anbieten müssen. Auf diese Weise könnten die Kunden von der Freigabe interner Ressourcen profitieren und zugleich einen Partner an ihrer Seite haben, der Mehrkanal-Mailing-Kampagnen kompetent umsetzt.

Wenn Druckdienstleister hybride Mailing-Kampagnen übernehmen, verschaffen sie sich damit auch die Gelegenheit, ihre eigene Datenverwaltung zu ihrem Vorteil zu erweitern. Das Erlernen der erforderlichen Kenntnisse entwickelt sich aktuell zum Engpass für das Wachstum der Verwaltung von Big Data. Eine Studie des McKinsey Global Institute enthüllt, dass in den USA 140.000 bis 190.000 Mitarbeiter mit tiefgreifenden analytischen Kenntnissen und 1,5 Millionen datenkompetente Manager fehlen. Deutlichere Anzeichen für Wachstumschancen kann es kaum geben.

Ein wichtiger Aspekt von Big-Data-Projekten ist die richtige Fragestellung: Wie definieren Sie das Problem? Welche Daten benötigen Sie? Woher kommen sie? Welche Annahmen liegen dem Modell zugrunde, in das die Daten einfließen? Inwieweit weicht das Modell von der Realität ab? Das richtige Erfassen der Daten ist ebenso wichtig wie Erfahrung, Intuition und ein tiefgreifenderes Verständnis der Zielmärkte und des Verbraucherverhaltens. Doch was bedeutet dies eigentlich? Im Falle einer intuitiven Steuerung analysiert das menschliche Gehirn große Datenmengen und zieht daraus Schlüsse, anstatt ein mathematisches Modell aufzustellen.

Digitale Drucktechnologien sind soweit fortgeschritten, dass Zielgruppen mittels datengesteuerter Personalisierung auf ähnliche Weise eingebunden werden können wie bei E-Mails und anderen Online-Ressourcen. Der variable Datendruck nutzt Auslöser basierend auf Verbraucherdaten und Marktsegmentierung, um die Botschaften und kreativen Elemente zu ermitteln. Wenn diese Elemente mit fristgerechten Lieferzusagen kombiniert werden, verfügen Sie über den überzeugendsten und effektivsten Marketingkanal, den es gibt.

Zusammenfassung

Neil Falconer -Strategieberater für die Druckindustrie und Geschäftsführer von Printfuture.com

Neil Falconer – Strategieberater für die Druckindustrie und Geschäftsführer von Printfuture.com

Auch wenn sich das Direktmailing in Richtung hybrid bewegt und gerade eine Art Renaissance erlebt,  sollte nicht vergessen werden, dass der Bereich Druck bei einer Direktmailing-Kampagne von größter Bedeutung ist und den größten Mehrwert bietet. Als Druckdienstleister sollten wir alle dafür sorgen, dass Direktmailing nicht in Vergessenheit gerät und darauf hinweisen, dass sich diese Art des Marketings sehr erfolgreich auch in der digitalen Welt etabliert hat.

Dieser Artikel wurde im Auftrag von Ricoh verfasst. Mit Gastbeiträgen wie diesem möchten wir Ihnen Standpunkte unabhängiger Branchenkenner näherbringen. Hoffentlich finden Sie die Lektüre interessant und anregend! Über Rückmeldungen würden wir uns freuen. 

Weitere Informationen zu Ricohs Lösungen und Initiativen im Verpackungsdruck finden Sie unter Ricoh.de/printandbeyond.

Die Zukunft gedruckter Bücher liegt in der flexiblen Produktion

Elektronische Bücher sind in Europa noch lange nicht so etabliert wie in den USA, aber die Nachfrage wird steigen. Laut der neuen von Ricoh in Auftrag gegebenen Untersuchung werden dieses Wachstum und weitere Marktdynamiken, die die Verlage und Buchdrucker in Europa beeinflussen, die Zukunft der Buchproduktion gestalten.

Elektronische Bücher machen 20 Prozent des Buchumsatzes in den USA aus, viermal mehr als in den meisten europäischen Ländern, wo gedruckte Bücher immer noch relativ teuer sind und bestimmten EU-Vorschriften und Regelungen einzelner europäischer Regierungen unterliegen. Die aktuelle Untersuchung, die I.T. Strategies im Auftrag von Ricoh durchführte, ergab, dass sogar in den USA fast 70 Prozent der Verbraucher sagen, dass es unwahrscheinlich ist, bis 2016 komplett auf gedruckte Bücher zu verzichten, und dass 60 Prozent der heruntergeladenen elektronischen Bücher gar nicht gelesen werden. Die Buchbranche in Europa und anderen Teilen der Welt unterscheidet sich jedoch sehr von der in Nordamerika. I.T. Strategies sollte dabei diese Einflüsse, die Unterschiede zwischen den USA und Europa in diesen Märkten und die Veränderungen, denen Buchverlage und Buchdrucker in Europa in den kommenden Jahren gegenüberstehen werden, genauer untersuchen.

Highlights

“Das europäische Verlagswesen blickt auf eine lange Geschichte zurück und ist sehr stark mit der Kultur einzelner Länder verbunden. Somit verfolgen die einzelnen EWG-Mitgliedsstaaten den gemeinsamen Wunsch, ihre jeweilige Kultur zu schützen, wozu auch der Schutz der etablierten Geschäftsmodelle der Buchbranche zählt.”

Major European Country and U.S. Book Statistic Summary, 2012

Major European Country and U.S. Book Statistic Summary, 2012

“Viele der größeren Buchdruckereien/-hersteller haben sich möglicherweise mit Übernahmen und aggressivem Preiskampf um Marktanteile übernommen. Kleinere Buchdruckereien/-hersteller waren von diesem Wettbewerb aufgrund ihrer Konzentration auf regionale und spezielle Produkte (z. B. Kunstbücher) ausgenommen, könnten aber über den Preis an einem gewissen Punkt vom Markt verdrängt werden.”

ebook Share of Retail Revenue, 2010-2018, by Major Country

ebook Share of Retail Revenue, 2010-2018, by Major Country

Der vollständige Bericht Der vollständige Bericht „Wir müssen den Mehrwert von digitalen Drucklösungen hervorheben“, kann von Ricoh Business Driver-Nutzern abgerufen werden. Alternativ können Sie eine Kopie anfordern, indem Sie das folgende Formular ausfüllen.“, kann von Ricoh Business Driver-Nutzern abgerufen werden. Alternativ können Sie eine Kopie anfordern, indem Sie das folgende Formular ausfüllen.

IT Strategies White paper

IT Strategies White paper

Weitere Einblicke zu Ricoh finden Sie unter: http://www.ricoh.de/services-loesungen/production-printing/print-and-beyond/